Liebe Freundinnen und Freunde von AMAM,
Gemeinsam zu improvisieren erfordert nicht nur ein hohes Maß an Geschick im Umgang mit dem eigenen Instrument und ein natürliches Verständnis musiktheoretischer Beziehungen, es bedarf auch eines eingehenden Verständnisses der anderen Person. Mit einem anderen Menschen zu harmonieren, heißt sich auf diese Person einlassen, sich in Einklang bringen, gemeinsame Themen finden; die Ideen des anderen vorausahnen und darauf reagieren.
Wenn also der deutsche Cellist und Komponist Cornelius Hummel und der syrisch-palästinensische Pianist Aeham Ahmad gemeinsam musizieren, ist man zunächst überrascht über die Musik, die dabei entsteht.
Die Stücke fühlen sich an wie ein Dialog zwischen den beiden Musikern, aufgeladen mit zwei völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten, jedoch im Grundton gleich.
Gemeinsam überwinden sie in ihrer Musik sprachliche und kulturelle Barrieren und zeigen, dass wir im Kern alle aus dem selben Ton gemacht sind.
Ihre Musik vermischt einen arabisch angehauchten Stil mit der modernen Klassik Europas um etwas Neues zu schaffen, das mehr sein möchte als die Summe seiner Teile.
Aus reiner Lust am Musizieren wird von den Beiden, fast wie aus Versehen, etwas zum Leben erweckt, das Europa seit Beginn des Flüchtlingsstroms sucht und versucht – etwas Neues entsteht ohne das Alte aufgeben zu müssen.